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Der Begriff dynamic packaging wird seit ca. 1996 in der Fachliteratur erwähnt. Tödter (1996, S. 284) beschrieb das dynamic packaging als Funktion, die Reisen erst auf Kundenwunsch oder auf Anforderung der Vertriebswege zusammenzustellen. Inzwischen sind vielfältige Definitionen und Erklärungen entstanden, wie „dynamische Bausteinreise" oder „dynamisches Schnüren von Pauschalreisen". Die am meisten verbreitete Definition ist aus der CRS-Welt (Computerreservierungssystem) entlehnt und wurde erstmals von Amadeus geprägt. Von Rogl (2003) stammt die für den Tourismus modifizierte und als treffendste Begriffsbestimmung geltende Definition:
Dynamic packaging ist die in Echtzeit erfolgende kundengerechte Auswahl, Bündelung und Buchung von Reisekomponenten aus unterschiedlichen Quellen nach den Regeln des Veranstalter-Geschäfts zu einem Gesamtpreis.
Ausgehend von dieser Definition ergeben sich fünf grundlegende Kriterien.
Die Zusammenstellung der verschiedenen Reiseleistungen findet während des Verkaufsprozesses in Echtzeit, also auf Basis von Datenbanken statt. Das bedeutet, daß erst in dem Augenblick, in dem die Konsumenten ihre Reisewünsche angeben und die Leistungen auswählen, diese zu einem Angebot zusammengefügt werden. Diese Tagesaktualität bedingt, daß durch dynamisches Hinzukommen und Wegfallen von einzelnen Leistungen, permanent neue Angebote entstehen.
Egal in welcher Form und durch wen, der Impuls des Bündelns geht immer vom Kunden aus. Da die Wünsche und Bedürfnisse bei jedem Reisenden unterschiedlich sind, erfolgt die Selektion und Erstellung von kundengerechten Paketen passend zu diesen Ansprüchen.
Mit Hilfe eines Warenkorbsystems werden die einzelnen Reisekomponenten aus unterschiedlichen Quellen gebündelt. Das separate Vermitteln von Einzelleistungen ist demnach kein dynamic packaging. Beim Bündeln sind beliebig viele Bausteine und Kombinationen denkbar, es müssen deshalb möglichst viele Angebotsdatenbanken zur Verfügung stehen. Wenn Leistungen unterschiedlicher Leistungsträger gebündelt werden sollen, muß gewährleistet sein, daß diese ihre Leistungen mit internen Systemen und Datenbanken verwalten bzw. an internationale CRS angeschlossen sind. Demzufolge ist die Verknüpfung der verschiedenen Datenbanken sehr aufwendig. Die Verbesserungen der notwendigen Schnittstellen bestimmen den künftigen Umfang und Qualität der zur Verfügung stehenden Komponenten.
Beim dynamic packaging werden die Leistungen Dritter nach den gesetzlichen Regeln des Veranstaltergeschäfts (Reiserecht) zu einem eigenständigen Angebot gebündelt. Deshalb muß jeder dynamisch Packende auch als Reiseveranstalter gesehen werden, unabhängig ob das dynamic packaging online oder offline stattfindet.
Daraus ergibt sich zwingend, daß für dieses Reisepaket ein Gesamtpreis angegeben werden muß, der alle vertraglich geregelten Leistungen einschließt. (kbo) |
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Literatur
- Herzog, Anja 2005: Dynamic Packaging - Darstellung eines neuen Instrumentariums und dessen Auswirkungen auf die Touristik, Diplom-Arbeit an der Hochschule Harz, Wernigerode
- Rogl, Dieter 2003: Schwieriges Spiel mit den Bausteinen. In: FVW, H. 24, S. 59 ff.
- Tödter, Norbert 1996: Multimedia und Online-Systeme im Tourismus - Einsatz neuer Technologien als Wettbewerbsvorteil in vernetzten Unternehmen. In: Walter Freyer (Hrsg.): Zukunft des Tourismus. Dresden: FIT, S. 281 ff.
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