Reiseverkehrskaufmann / -frau

In der Regel dreijähriger Ausbildungs­beruf für Mitarbeiter von Reisemittlern und Reiseveranstaltern in Deutschland.

Vorläufer waren der Reisebürogehilfe (ab 1940, aber erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs von Bedeutung) und ab 1962 der Reisebürokaufmann. Dieses Berufsbild wurde 1974 über die Arbeitsfelder beim Reisemittler hinaus um die Tätig­keiten bei Reiseveranstaltern und öffentlichen Tourismusstellen zum Reiseverkehrskaufmann erweitert und 1979 und 1998 reformiert. Damit sollte der mit den 1950er Jahren einsetzenden Spezialisierung von Reisebüros zu Rei­severanstaltern und der zunehmenden Professionalisierung in öffentlichen Tou­ris­­musstellen Rechnung getragen werden.
Da jedoch nur ein sehr kleiner einstelliger Prozentsatz der Auszubildenden Reiseverkehrskaufleute aus dem Bereich des öffentlichen Tourismus kam, wurde 2005 die Unterteilung in die beiden Bereiche Reisebüro/-veranstaltung und öffentliche Tourismusstellen wieder aufgehoben und der Teil für die Touris­musstellen in den neuen Ausbildungsberuf "Kaufmann/-frau für Tourismus und Freizeit" integriert.

Neben der Vermittlung genereller kaufmännischer Kompetenzen gehören allgemeine Kenntnisse über die Struktur und Funktionsweise des Reisemarktes, über Verkehrs- (Bahn, Fluggesellschaften, Bus-, Mietwagenunternehmen, Ree­­de­­rei­en) und Leistungsträger (Be­­her­­­ber­gungsbetriebe, Incoming-Reise­veranstalter), über die rechtlichen Grund­­lagen der Reiseveranstaltung und der Reise­vermittlung zur Ausbildung.

Im normalen Reisebüro stehen bei der Vermittlung von Reisen vor allem die Kundenberatung und die Buchung über Computer-Reservierungssysteme (CRS) im Vorder­grund der Tätigkeit. Dazu sind gute Ziel­­gebietskenntnisse, die zum Teil über Expedientenreisen ergänzt und vertieft werden können, und Techniken einer kundenzen­trierten Gesprächsführung er­­forder­lich. In Geschäftsreisebüros liegt der Schwerpunkt der Tätigkeiten meist im Herausfinden der schnellsten Ver­bindungen, der kostensparenden Anwen­dung von Bu­­chungsbedingungen, zum Beispiel durch kreatives Ticketing, und der Bu­­chung von Hotels und Mietwagen.

Bei Reiseveranstaltern ebenso wie bei den vielen Reisebüros, die auch Eigenveranstaltung betreiben, gehören auch noch der Einkauf von Elementen der Pauschalreise von Verkehrs- und Leistungsträgern sowie vertiefte Zielgebietskenntnisse und Kennt­nis­se des Reiserechts im Rahmen von Reklamationsbearbeitungen zur Ausbildung. (jwm)