Reiseversicherung

Unter Versicherung wird das allgemeine Prinzip der Absicherung von Risiken verstanden, indem die einbezogenen Risiken auf ein Kollektiv übertragen werden, das bereit ist, für die Absicherung der in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) definierten Risiken einen Beitrag zu leisten (Prämie). Im Gegensatz zur individuellen Versicherung (zum Beispiel beim Eid) geht es um die kollektive Form der Zusicherung zwischen dem Kollektiv der Versicherten und dem Versicherer. Dem Versicherer kommt eine besondere Rolle als Vertragspartner des Versichertenkollektivs zu, indem er unter Wahrung seiner eigenen Interessen je nach abgeschlossener Versicherungssparte bedingungsgemäß zu entscheiden hat, wem welche Leistung zusteht.

Bei den Reiseversicherungen handelt es sich um spezielle Versicherungen für die Reise. Reiseversicherungen decken die reisetypischen Risiken ab, die der Reisende bewußt oder unbewußt eingeht, wenn er die ihm vertrauten Verhältnisse verläßt. Teilweise decken diese Risiken auch bereits allgemeine Versicherungen, wie zum Beispiel die gesetzliche Krankenversicherung oder die Hausratversicherung ab. Im en­­geren Sinn versteht man jedoch un­­ter Reiseversicherungen diejenigen Versi­che­rungen, die speziell für Reisezwecke eingeführt und von Reiseversicherern am deutschen, europäischen und außereuropäischen Markt angeboten werden.
Hierzu zählen im Wesentlichen die folgenden Sparten:
  • Reise-Rücktrittskosten-Versiche­rung
  • Reiseabbruch-Versicherung
  • Auslandsreise-Krankenver­si­che­rung
  • Assistance-Versicherung (Reise­not­­ruf-Versiche­rung)
  • Reisegepäck-Versicherung
  • Reiseunfall-Versicherung
  • Reisehaftpflicht-Versicherung
  • Autoschutzbrief-Versicherung
  • Autoreisezug- und Fährver­siche­rung
  • Mietwagen-Zusatz-Haftpflicht-Versicherung.
An der zu konstatierenden Beobachtung, dass es das Risiko des Reisens schon immer mit sich brachte, sich privat zu versichern, zeigt sich zunächst einmal eine generelle Risikostruktur für alle Reisenden, denen die o.g. Spartenstruktur Rechnung trägt. Gleichzeitig ist aber auch zu erkennen, daß durch die sich immer mehr differenzierenden Rei­seformen auch unterschiedliche Reise­risiken erkennen lassen. So wird der Globetrotter als Individualtourist ein völlig anderes Sicherheitsbedürfnis ent­­wickeln als der Kreuzfahrttourist auf ei­­nem Luxusliner oder der in einer gut organisierten Gruppe Reisende, um nur einige offensichtliche Beispiele zu nennen. An diesem Punkt setzen die differenten Formen der Produktgestaltung der Reiseversicherer ein, mit denen versucht wird, Produktkategorien zu schaffen, die sich am Reise- und Ri­­si­­ko­­verhalten ausrichten. Die Form der Produktgestaltung wird von Rei­seversicherungspaketen beherrscht, die je nach Reiseversicherer unterschiedliche Be­­nennungen erfahren. (hdz)